Google stoppt personalisierte Werbung – eine historische Entscheidung

Google hat angekündigt, zukünftig für Werbung kein User-Tracking mehr zu nutzen. Künftig sollen Nutzer nur noch in recht groben “Interessen-Pools” zusammengefasst werden. Damit begegnet Google kartellrechtlichen Verfahren in den USA und stärkt den Datenschutz.
Das könnte heute, rückblickend betrachtet, ein historischer Tag werden. Noch ist unklar, welche Implikationen die Ankündigung von Google auf das gesamte Werbe-Ökosystem hat. Klar scheint aber so viel:
1- alle, die in der Lage sind, eine direkte, langfristige Beziehung zum Endnutzer aufzubauen werden gewinnen – sowohl auf der Publisher, als auch auf der Advertiser-Seite. Wir werden auch langfristig deutlich mehr Logins sehen. Für kleine Publisher wird es ohne entsprechende Allianzen schwer.
2- für alle intermediären Anbieter, deren Geschäftsmodell auf dem Aggregieren von Nutzerdaten/ IDs basiert, werden in Zukunft unüberwindliche Hürden entstehen. – Ohne den Google Tech Stack lassen sich solche Modelle nicht flächendeckend betreiben.
3- Google positioniert sich im Battle zwischen Apple und Facebook eher auf der Apple Seite. Spannend wird sein, wie stark nun der politische Druck auf Unternehmen wie Facebook, Amazon, Xandr oder LiveRamp zunehmen wird, nachzuziehen.
4- Google verzichtet langfristig sicher auf signifikanten Umsatz im B2B Segment. Aber wird damit ein klareres Spielfeld für seine B2C Produkte Search und YT bekommen.
Es ist und bleibt absehbar also spannend für die digitale Werbebranche.
Mehr dazu gibt es in diesem lesenswerten Beitrag.

Was ist eine Demand Side Platform? Gut erklärt!

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Christoph Berg von MINT Square hat als Gast-Autor einen guten Artikel für die COMPUTERWOCHE geschrieben, der die programmatische Media-Einkaufsplattform oder Demand Side Platform (DSP) genauer unter die Lupe nimmt. Neben der allgemeinen Erläuterung dieser Plattform, geht Christoph speziell auf die Auswahlkriterien der richtigen Technologie ein und erklärt warum DSP nicht gleich DSP ist. Ich finde das extrem hilfreich, denn das Branchen-Sprech wird täglich komplizierter. Hier ist es mal sauber zusammengefasst. Danke!

Hier geht es zu dem Beitrag. 

Warum TV auf digitalen Kanälen so unglaublich nervt – und was man tun kann

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Wenn man in den privaten Mediatheken von Joyn, Sky Go oder TV Now etwas anschaut, ist man ganz schnell sehr genervt. Da wird einem das TV-Erlebnis von RTL aus den frühen Anfängen der 80er präsentiert. Sendungen werden ohne Rücksicht auf Handlung oder Fluß zerhackt, es wird immer wieder die gleiche Werbung eingeblendet, für die man sich nicht interessiert. Sechs, sieben, acht Mal muß man so den Schwall über sich ergehen lassen. Dabei geht es längst anders.

Man muß ja nur mal ganz normale Webseiten besuchen. Da gibt es so schöne Dinge wie Frequency Cap, Targeting und alle möglichen Begrenzungen und Aussteuerungsmöglichkeiten, die nur einem Ziel dienen: Den Kunden nicht zu nerven, ihn nicht zu verprellen, sondern möglichst eine hohe Conversion zu erzielen bei maximaler Akzeptanz von Werbung in dem Angebot. Also dass Menschen auf die Werbung klicken und dann einkaufen, sich registrieren oder was auch immer. Wenn eine Webseite wie Spiegel Online den Bogen überspannte mit der Werbung, würden viele Leute die Seite nicht mehr aufrufen. Wenn immer die gleiche Werbung kommt, erhöht das nicht die Chance eines Klicks – sondern führt zu Abstumpfung und ultimativ zum fernbleiben.

Im TV ist das so viel schöner. Die Werbeblöcke werden im Vorfeld geplant, und möglichst sanft in den Fluß / Inhalt einer Sendung eingepasst. Auch die Auswahl der Spots ist ein wichtiges Element. So kann es zwar am Ende auch einfach viel Werbung sein bisweilen, aber sie ist weit weniger störend und findet höhere Akzeptanz.

Es ist verwunderlich, daß diese Erkenntnisse und Standards, die die letzten zwanzig bis dreißig Jahre erarbeitet wurden, bei den TV-Machern von OTT-Plattformen und Mediatheken nicht angekommen sind. Dabei gibt es tolle Lösungen, die digitale Welt mit der des TV zu vereinbaren. Zum Beispiel “Selective Programmatic” vom Frankfurter Startup Spearad. Das Ergebnis ist dann eine echte “TV Experience” für den User auf OTT-Plattformen und (privaten) Mediatheken – so wie es doch eigentlich auch gedacht ist, oder?

Als weiteren Lesestoff zu diesem Thema empfehlen wir diesen Artikel: “Streaming verdient klügere und intelligentere Werbung”.

Has Pokemon Succeeded Where Retailer Loyalty Apps Failed?

paymentssourceI admit, I have adopted this headline – because I could not possibly come up with a better one. Great job, Payments Source! They published an article which reflects on a phenomenon which has greatly annoyed me some 15 years ago or so – actually I never got it, to be frank. But now, the phenomenon is back and finally I DO get it. Just in a much different sense than a stupid electronic toy that you „pay attention to“, apparently when you lack any other social interaction. 🙂

Today Smombies follow their phones and not seldom are a true traffic hazard – now being steered by an app called Pokemon Go. First of all the good news: You have to move your body to play this app so give it some benefit for fighting obesity. But: you have to stare at your screen constantly which will probably boost the sale of power banks as well as it is in fact a traffic hazard. Anyway, the key thing it does is to make you search – or hunt for – Pokemon, epically ugly manga pieces of crap which you can do whatever with. This treasure hunt is what gets folks on the hook with it.

So why not place the ugly critter in a store, next to the items you want to sell? Not sure this is actually happening but Payment Source does have a point. This might be what all those loyalty apps failed about for so many years – and if thats true the current boot in market valuation for Nintendo is well deserved. Highly interesting and they got ME on the hook with it (while I refrain from playing Pokemon Go). Read for yourself here.

Addition (actually not sure it works) there was this Video on Facebook (in German) which brings back some (ugly) memory. 🙂

 

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